Gletschervergroesserung

By 1. April 2016 Allgemein No Comments
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Allgäuer Gletscher schmilzt bedrohlich ab

Gemeinderat plant Einfärbung des Schwarzmilzferner

Oberstdorf, Berlin (dpo) – Der Rekordwinter 2015 / 2016 hat viele Spuren hinterlassen. Schon jetzt ist absehbar, dass die Übernachtungszahlen im Allgäu in diesem Jahr wegen des ausbleibenden Schneefalls besonders niedrig sein werden. Der Gemeinderat Oberstdorf hat sich deshalb zu einer Maßnahme entschieden, die es bisher noch nicht gegeben hat. Das Einfärben eines Geröllfeldes soll die Gletscherschmelze bremsen und langfristig auch ein Skigebiet ermöglichen.

Es ist angerührt – Farbe für die Steine

“Wir haben uns für diese nachhaltige Maßnahme entschieden, um den Wintersport langfristig zu ermöglichen und so die Allgäuer Tourismusinfrastruktur zu sichern” so der Gemeinderatsvorsitzende Josef Geiger aus Oberstdorf. Sehr schnell konnte man sich auch auf den Schwarzmilzferner als einzigen Gletscher der Allgäuer Alpen einigen. So müsse auch das Allgäu Marketing nur ein wenig von “Mein Allgäu” auf “Mein Gletscher” angepasst werden. Das der Schwarzmilzferner etwas östlich der Hochfrottspitze als einziger Gletscher der Allgäuer Alpen sich zum Großteil auf Tiroler Boden befindet spiele keine Rolle, so der Gemeinderat. Denn schließlich habe man sich an der Grenze vom Allgäu in’s Kleinwalsertal auch immer großzügig und flexibel gezeigt, sodass man hier auf Österreich zähle.

Von möglichen negativen Folgen für die Umwelt will Geiger (CSU) indes nichts wissen. “Dem Gerücht, dass die Farbe aus Abfällen aus anderen Malprojekten entstammt, möchte ich entschieden widersprechen.” Man solle sich eher auf die positiven Folgen der Gletschervergrößerung konzentrieren. Denn über ein paar abgestorbene Bäume am Berg können wohl kaum so problematisch sein, wie ausbleibende Touristen im Tal.

So hat es bereits im Sommer letzten Jahres ein Pilotprojekt zum Test des “Whitewashing” der Allgäuer Alpen gegeben. Hierbei seien 3 Hektar Geröllfeld mit der Testfarbe “Adicus Venenator 3″ eingefärbt worden. Die Resultate sind eindeutig, denn nach satellitengestützer Volumenmessungen ist die Gletschermaße um 7% über’s letzte Jahr gestiegen. Weiterer Vorteil sei, dass die meisten Bäume weiter unten am Berg alle Nadeln fallen gelassen haben und wohl auch nicht mehr lange stehen werden. So spare man sich die teure und komplizierte Fällug & Abtransport, lächelt Geiger.

Etwa 3 Hektar Geröll wurden letztes Jahr bereits "gefärbt"

Etwa 3 Hektar Geröll wurden letztes Jahr bereits “gefärbt”

Folgen hat diese Maßnahme indes auch für den Immobilienmarkt. Denn Geiger, der Bauunternehmer und Gemeinderat in Personalunion ist, soll sich vorab Grundstücke auf dem Weg in’s neue Gletscherskigebiet gesichert haben, um dann überteuerte Ferienwohnungen darauf zu bauen. “Ach, nur weil der Bruder meiner Frau vor kurzem Ländereien gekauft hat, muß ich doch keinen Vorteil davon haben”, gibt Geiger in einem Interview an.

Geiger war über die Fragen der Journalisten nicht sehr erfreut. Sein letzter Kommentar war eher in seinen Bart genuschelt und man konnte nur verstehen: “Skilifte verkauf ich denen auch noch…”.

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